I. Allgemeines

Die Kindertagesstätte wird nach den gesetzlichen Vorschriften geführt. Für die Aufnahme der Kinder gelten weder konfessionelle noch politische Einschränkungen. Die Kindertagesstätte nimmt im Rahmen ihrer finanziellen, personellen und räumlichen Möglichkeiten Kinder im Alter von (mindestens) 10 Monaten bis 3 Jahren auf. Die Betreuung in der Kindertagesstätte erfolgt längstens
bis das Kind die Voraussetzungen für die Aufnahme in einen Kindergarten erfüllt, in der Regel mit 3 Jahren. Überschreitet ein Kind diese Altersgrenze und soll es weiterhin in der Kindertagesstätte betreut werden, so muss dies von dem/ den Sorgeberechtigten beim Vorstand der Kindertagesstätte beantragt werden. Ferner muss ein Nachweis erbracht werden, dass für dieses Kind momentan kein Kindergartenplatz zur Verfügung steht. Es liegt im Ermessen des Vorstandes, einem weiteren Verbleib des Kindes in der Kindertagesstätte bis höchstens zu einem Alter von 3 Jahren und 4 Monaten zuzustimmen.
Das Ziel der Kindertagesstätte ist, die Kinder in ihrer körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung zu fördern. Der Erziehungsstil in der Kindertagesstätte ist sozial-integrativ. Das heißt, das Betreuungspersonal regt die Kinder an und unterstützt, es befiehlt und ermahnt nicht; es geht auf die Gefühle und Bedürfnisse der Kinder ein. Dadurch werden Selbstachtung, Selbstvertrauen und partnerschaftliches Verhalten gefördert. Die Aktivitäten sind fördernder, nicht dirigierender Art.

 

II. Aufnahme von Kindern

1. Voraussetzungen

Die Platzvergabe für die  Kinder erfolgt nach einem Punktesystem. Kinder aus Sponsorenfirmen werden bevorzugt aufgenommen. Es besteht kein rechtlicher Anspruch für die Aufnahme eines Kindes in die Kindertagesstätte.

1.1  Persönliche Voraussetzungen der Eltern

Die Kindertagesstätte nimmt das Kind auf, wenn beide Eltern berufstätig sind bzw. die Mutter oder der Vater alleinstehend und berufstätig ist. Lebt ein Paar ohne Trauschein in einer gemeinsamen Wohnung, gilt dies wie verheiratet. Ein Betreuungsplatz kann dann in Anlehnung an die Wochenarbeitszeit gebucht werden. Die Kopie des Arbeitsvertrags oder Bescheinigung des Arbeitgebers muss eingereicht werden.
Mit der Aufnahme des Kindes in die Kindertagesstätte sind die Erziehungsberechtigten automatisch Mitglieder des Vereins „Kinderhaus e.V.“ Von diesen Regelungen kann abgewichen werden, wenn die Nachfrage anhaltend geringer ist als Plätze in der Kindertagesstätte zur Verfügung stehen. Weist eine Person eine Notlage nach, so wird der Vorstand nach Rücksprache mit dem Betreuungspersonal
klären, ob das Kind vorübergehend, oder gegebenenfalls auf Dauer, aufgenommen werden kann.

1.2  Persönliche Voraussetzungen des Kindes

Kinder werden frühestens vier Wochen vor Arbeitsbeginn der Erziehungsberechtigten aufgenommen. Das Kind muss die gesundheitlichen und entwicklungsbedingten Voraussetzungen für den Besuch der Kindertagesstätte mitbringen.

2.  Verfahren

2.1  Antrag

Aufnahmeanträge sind an die für die Anmeldungen zuständige Vertreterung des Vorstandes zu richten (anmeldung@kinderhaus-boeblingen.de).

2.2  Aufnahmezeitpunkt

Die Aufnahme eines Kindes erfolgt im Allgemeinen zum Ersten oder zur Mitte eines Monats.

2.3 Abgabe der Formulare des Anmeldepakets

Spätestens eine Woche vor der endgültigen Aufnahme, das heißt mit Beginn der Eingewöhnungszeit, müssen alle Formulare des Anmeldepakets abgegeben sein. Bei verbindlicher Zusage eines Kitaplatzes wird ein SEPA Lastschriftmandat benötigt, um die Änderungen in der Buchhaltung rechtzeitig vorbereiten zu können. Vor der Aufnahme in die Kindertagesstätte muss das Kind einem Kinderarzt vorgestellt werden. Das Kind darf die Kindertagesstätte erst dann besuchen, wenn dem Vereinsvorstand die Unbedenklichkeit der Aufnahme durch die ärztliche Bescheinigung nachgewiesen wird. Diese Bescheinigung darf nicht älter als vier Wochen (vor Eintritt in die Kindertagesstätte) sein. In dieser ist auch auf eventuelle gesundheitliche Besonderheiten des Kindes (z.B. Allergien) hinzuweisen. Es ist außerdem eine Kopie des Impfzeugnisses des Kindes vorzulegen, wenn das Kind bereits Impfungen bekommen hat.


III. Besuch der Kindertagesstätte

1. Ärztliche Betreuung

Das Kind sollte während seines Aufenthalts in der Kindertagesstätte in regelmäßigen Abständen, in der Regel halbjährlich, ärztlich untersucht werden. Die Eltern haben dafür Sorge zu tragen. In dringenden Notfällen während der Betreuungszeiten setzt sich der/die Erzieher/in mit Eltern und dem Notarzt in Verbindung.

2. Abwesenheit des Kindes

Kann das Kind die Kindertagesstätte nicht besuchen, sind die Erzieherinnen der Kindertagesstätte in Fällen vorhersehbarer Abwesenheit (z.B. Urlaub) rechtzeitig, ansonsten unverzüglich, zu unterrichten. Wird dies wiederholt unterlassen, kann das Kind seinen Anspruch auf einen Kitaplatz verlieren. Die Entscheidung darüber wird nach Rücksprache mit dem Vereinsvorstand getroffen.

3. Ein Kind wird nicht abgeholt

Wird ein Kind nicht bis 18 Uhr aus der Kindertagesstätte abgeholt, so ist der/die Erzieher/in befugt, zusammen mit dem Kind in einem Taxi entweder zu dem Kind oder zu sich nach Hause zu fahren. Dies geht zu Lasten der Eltern.

4. Krankheiten

Jede Erkrankung des Kindes und jeder Fall einer übertragbaren Krankheit in der Wohngemeinschaft des Kindes müssen der Erzieherin der jeweiligen Gruppe der Kindertagesstätte unverzüglich gemeldet werden. Kinder, die selbst eine übertragbare Krankheit haben, insbesondere Hautausschläge, Halsschmerzen, Augenkatarrh, Erbrechen, anfallweiser Husten oder Fieber, dürfen die Kindertagesstätte nicht besuchen. Hat das Kind eine typische ansteckende Kinderkrankheit, wie z.B. Röteln, Keuchhusten, Angina, Windpocken, Scharlach, muss nach Gesundung und Wiederaufnahme in die Kindergruppe eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Kinderarztes vorgelegt werden. Hierzu kann entweder die Ärztliche Bescheinigung der Kita oder ein anderes formloses Schreiben gleichen Inhalts verwendet werden.
Hat ein Kind am Vormittag Temperatur über 38,0 °C, so ist das Kind zu Hause zu lassen, beziehungsweise aus der Kindertagesstätte abzuholen. Es darf erst nach einem fieberfreien Tag wieder die Kita besuchen. Es liegt weiterhin jederzeit im Ermessen der Erzieher/innen, ein Kind wegen Unwohlsein oder sonstiger Krankheit nach Hause zu schicken. Bei Vorliegen ansteckender Erkrankungen in der Wohngemeinschaft kann der Vorsitzende des Vereinsvorstands oder sein Stellvertreter das Fernbleiben des Kindes von der Kindertagesstätte bestimmen. Fehlt ein Kind aus Krankheitsgründen oder aus Gründen der Erkrankung eines Mitglieds der Wohngemeinschaft, so kann der Vorsitzende des Vereinsvorstands bzw. sein Stellvertreter vor der Rückkehr in die Kindertagesstätte ein entsprechendes Attest des behandelnden Arztes über die Unbedenklichkeit der Wiederaufnahme verlangen. Für die vom Vereinsvorstand zu ergreifenden Maßnahmen in Krankheitsfällen gilt der Hygieneplan unserer Einrichtung. Darüber hinaus weisen wir darauf hin, dass keine Medikamentengabe erfolgt [Hinweis auf das Merkblatt zur Medikamentengabe im Infopaket.]


IV. Beitragssätze und Mittagessensgeld

Die Mutter / der Vater hat für jedes Kind den von der Mitgliederversammlung des Vereins festgelegten Beitrag für den Besuch der Kindertagesstätte zu entrichten (Beitragssätze zu finden im Anmeldepaket). Der Beitrag für den laufenden Monat wird monatlich zum 25ten per SEPA Lastschrift eingezogen. Fällt der 25te nicht auf einen Bankarbeitstag, erfolgt der Einzug am unmittelbar darauf folgenden Bankarbeitstag. Die Zahlungspflicht bleibt während Krankheit, Urlaub oder sonstige Abwesenheiten eines Kindes oder Erziehers bestehen. Wenn die Erziehungsberechtigten trotz schriftlicher Mahnung mit der Zahlung des Beitrags länger als 4 Wochen in Verzug sind, kann der Vorstand den Platz fristlos kündigen. Wird von den Eltern ein reservierter Platz in der Kindertagesstätte innerhalb sechs Wochen vor Inanspruchnahme abgesagt, der nicht durch ein Kind aus der Warteliste belegt werden kann, wird eine Zahlung in Höhe eines Monatsbeitrages fällig.
Für das Mittagessen fallen zusätzliche pauschale Kosten pro Monat an. Die Kosten für das Mittagessen werden wie der Monatsbeitrag für die Betreuung per Lastschrift von Ihrem Konto abgebucht.


V. Mitarbeit/Arbeitseinsätze

Pro Jahr Anwesenheit eines Kindes in der Kindertagesstätte müssen zehn Arbeitsstunden von den Eltern geleistet werden. Bei Kindern, die während eines Jahres kommen bzw. gehen, werden die Arbeitsstunden anteilig auf das Jahr berechnet. Mögliche Arbeiten sowie Arbeitseinsätze werden rechtzeitig in der Kindertagesstätte von den Erzieherinnen bekannt gegeben. Die Bekanntgabe erfolgt entweder über Aushänge, per Email-Verteiler oder beim Elternabend. Wenn Sie Arbeitsstunden geleistet haben, melden Sie bitte was und wie lange sie gearbeitet haben beim Betreuungspersonal. Nur gemeldete Arbeitsstunden können angerechnet werden. Für jede nicht geleistete Arbeitsstunde werden am Ende des Jahres 40€ berechnet.


VI. Betreuungszeiten

Die Kindertagesstätte vergibt Ganztagesplätze je nach Belegung. Die freien Plätze werden nach einem Punktesystem an die Bewerber vergeben. Ganztagesplatz (mind. 2 Tage pro Woche): von 7:30 Uhr bis 18:00 Uhr. Falls der Wunsch auf Änderung der Betreuungszeit eines Platzes besteht, muss ein Antrag auf Wiederbewerbung gestellt werden. Diese Wiederbewerbung wird ebenfalls nach dem Punktesystem bewertet d.h. gleichberechtigt mit allen anderen Neu- oder Wiederbewerbungen behandelt. Der bisherige Platz bleibt bis zur Zusage des neuen Platzes erhalten. Mit der Zusage des neuen Platzes erlischt die vorige Zusage automatisch.
Um den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten Seminare, Urlaubs- und Krankheitsvertretung zu ermöglichen, dürfen die Kinder in Ausnahmefälle die Kindertagesstätte zusätzlich zur angemeldeten Zeit betreut werden. Dies erfolgt nur über Online-Antrag und Genehmigung. Die maximale Anzahl von Zusatztagen pro Kind und Kalenderjahr beträgt 3 Tage. Falls darüber hinaus weitere Tage benötigt werden, wird diese extra Zeit mit einem Betrag von 20€ für einen Halbtagsplatz und 40€ für einen Ganztagesplatz verrechnet.


VII. Zeitweise Schließung der Kindertagesstätte

Der Verein behält sich vor, die Kindertagesstätte zeitweise für einige Tage zu schließen. Der Zeitraum wird rechtzeitig vorher bekannt gegeben. Üblich ist es, die Kindertagesstätte an Brückentagen zu schließen. Sonstige regelmäßige Schließungszeiten bestehen mit Ausnahme der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nicht. Die Kindertagesstätte kann auf Anordnung des Gesundheitsamtes oder aus anderen zwingenden Gründen geschlossen werden.


VIII. Beendigung des Besuchs der Kindertagesstätte

Kinder können generell bis zum 3. Geburtstag und ggf. maximal 4 Monate über ihren 3. Geburtstag hinaus in der Kindertagesstätte bleiben. Das Kita-Team kann je nach Entwicklungsstand des Kindes die Eltern beraten und eine Empfehlung bzgl. des Wechsels in den Kindergarten aussprechen (aber nicht entscheiden!). Die Eltern müssen den Kindertagesstättenplatz 3 Kalendermonate vor Austritt schriftlich kündigen, der Austritt kann jeweils zum 1. oder 15. eines Monats erfolgen. Wurde der Kindertagesstättenplatz durch die Eltern nicht gekündigt und keine weitere Betreuung über den 3. Geburtstag des Kindes hinaus nach (I) den Richtlinien beim Vorstand der Kindertagesstätte beantragt und vom Vorstand gewährt, so erfolgt der Austritt zum 1. oder 15. eines Monats nach dem 3. Geburtstag des Kindes. Hat der Vorstand auf Antrag der Eltern einer weiteren Betreuung zugestimmt, so erfolgt der Austritt zum Ende des über den 3. Geburtstag hinaus gewährten Betreuungszeitraums. Der Vereinsvorstand  kann den Verbleib des Kindes in der Kindertagesstätte unter Einhaltung einer Frist von einem Monat aufkündigen:

  • wenn nicht mehr beide Eltern berufstätig sind
  • wenn die Eltern die Arbeit des Betreuungspersonals nicht ausreichend unterstützen
  • wenn andere wichtige Gründe den weiteren Verbleib des Kindes in der Kindergruppe unmöglich machen (z.B. falls sich das Kind auch nach einer Eingewöhnungszeit von mindestens vier Wochen nicht in die Gruppe einfügen kann).

Bei einer weiteren Schwangerschaft besteht für die Zeit des Mutterschutzes (6 Wochen vor Geburt und 8 Wochen nach Geburt) folgende Regelung: Das Kind darf in der Kindertagestätte bleiben bis zum Ende des Mutterschutzes. Ein Verbleib des Kindes auch während der Elternzeit kann im Einzelfall in Abhängigkeit der Belegung geprüft werden.

Stand: April 2016